Bundesrat übernimmt laufend EU-Recht

10. Mai 2012

Schleichender EU-Beitritt: Der Bundesrat übernimmt Monat für Monat EU-Recht.
Der Bundesrat hat auch gestern eine (weitere) Übernahme mehrerer europäischer Regelungen beschlossen. Diese Regelungen betreffen unter anderem die Lizenzen für Flugpersonal sowie den rechtlichen Rahmen für den Einsatz von Nacktskänners in Sicherheitseinrichtungen. Die neuen Maßnahmen treten für die Schweiz Mitte Mai 2012 in Kraft.

Schweizerzeitung.ch schreibt:

Die Schweiz übernimmt EU-Recht, etwa bei "Nacktskännern"

Die Schweiz übernimmt EU-Recht, etwa bei "Nacktskännern", berichtet SchweizerZeitung.ch

Schließlich anerkennt die Schweiz, daß im Hinblick auf die Realisierung des einheitlichen Luftraums über Europa gewisse Aufgaben des gesamten Flugverkehrsverwaltung an Eurocontrol übertragen werden können. Was diese “gewisse Aufgaben” denn sind, wird in der offiziellen Mitteilung des Bundesrates nicht kommuniziert. Es fragt sich, warum.

Bericht

Verein “Mehr Demokratie” fordert Volksabstimmung zu ESM- und Fiskalvertrag

20. März 2012

Anläßlich der für heute geplanten Beschlußfassung der Bundestagsfraktionen der CDU/CSU und der FDP zum permanenten Eurorettungsschirm (ESM) und Fiskalvertrag hat der Verein Mehr Demokratie seine Forderung nach Referenden in allen Mitgliedstaaten unterstrichen.

Der Verein droht zudem mit einer Verfassungsbeschwerde.

Der erste Prozeßbevollmächtigte für die geplante Verfassungsbeschwerde ist bereits gefunden: Staatsrechtler Prof. Christoph Degenhart von der Universität Leipzig.

Der erste Prozeßbevollmächtigte für die geplante Verfassungsbeschwerde ist bereits gefunden: Staatsrechtler Prof. Christoph Degenhart von der Universität Leipzig. (Foto: Uni Leipzig)

„Die gesamte Eurorettungspolitik findet über die Köpfe der Bürger hinweg statt“, sagt Michael Efler, Vorstandssprecher von Mehr Demokratie. „Wenn immer mehr Entscheidungen auf die europäische Ebenem verlagert und die Haushaltsautonomie der Mitgliedstaaten schrittweise abgebaut wird, muß die Bevölkerung das legitimieren.“

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Kartellrechtsrevision: Bundesrat will schleichend EU-Recht einführen!

23. Februar 2012

Mit der bevorstehenden Revision des Kartellgesetzes will der Bundesrat „im Interesse einer liberalen Marktordnung den Wettbewerb in der Schweiz intensivieren.”

    Pirmin Schwander: Die geplante Gesetzesrevision des Kartellrechts verstößt gegen die Verfassung!

Pirmin Schwander: Die geplante Gesetzesrevision des Kartellrechts verstößt gegen die Verfassung!

Bei näherer Betrachtung setzt der Bundesrat die in der Bundesverfassung geforderte Mißbrauchsgesetzgebung mit fadenscheiniger Begründung außer Kraft, schränkt die für einen funktionierenden Wettbewerb notwendige Privatautonomie und Vertragsfreiheit unnötig ein, übernimmt im Ergebnis europäisches Recht und stellt die KMU unter Generalverdacht.

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EU: Ausbau der Planwirtschaft – Fördergelder sollen einfacher verteilt werden

08. Februar 2012

“Leichterer Zugang zu EU-Geldern: Kommission zeigt Mitgliedstaaten den Weg” lautet eine heutige Meldung von der EU-Kommission. Der Zugang zu Fördergeldern aus der immer mehr planwirtschaftlich anmutenden EU soll erleichtert werden, heißt es hierin:

Nachdem die Kommission im Juni letzten Jahres ihren Vorschlag für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) unterbreitet hatte, hat sie nun über 120 Änderungen zur Vereinfachung der Vorschriften über EU-Fördermittel für kleine und mittlere Unternehmen, Städte und Regionen, Studenten, Wissenschaftler usw. vorgeschlagen.

Fördergelder der EU sollen vereinfacht verteilt werden. Dies teilt heute die EU-Kommission mit (Foto: EU-Kommission)

Ausbau der Planwirtschaft: Fördergelder der EU sollen vereinfacht verteilt werden. Dies teilt heute die EU-Kommission mit (Foto: EU-Kommission)

All diese Vorschläge enthält die heute vorgelegte Mitteilung über eine Vereinfachungsagenda für den MFR 2014-2020. Entscheidend ist jetzt, ob das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten bereit sind, den Verwaltungsaufwand für Empfänger von EU-Fördermitteln zu reduzieren und ihnen somit das Leben zu erleichtern.

„Jeder der thematischen Vorschläge für den nächsten MFR sieht eine Vereinfachung vor“, so der für Finanzplanung und Haushalt zuständige EU-Kommissar Janusz Lewandowski. „Beim Streben nach einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum können EU-Fördermittel eine wichtige Rolle spielen. Daher stellt die EU zusätzliche Gelder für Unternehmen, regionale Behörden und Forscher bereit. Wir wollen für einen einfacheren und benutzerfreundlicheren Zugang zu diesen Mitteln sorgen.“

Allerdings sind auf nationaler Ebene in vielen Fällen ergänzende Bestimmungen zu EU-Vorschriften erlassen worden. Die Anstrengungen auf EU-Ebene werden somit nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn ihnen entsprechende Maßnahmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene folgen. Daher hofft die Kommission, dass die Gesetzgeber im Europäischen Parlament, im Rat und in den Mitgliedstaaten eine solche Vereinfachung ebenfalls als entscheidend ansehen.

Die Kommission hat heute erklärt, daß sie entschlossen für die Vereinfachungsagenda eintreten und erforderlichenfalls warnend eingreifen wird.

Beispiele eines leichteren Zugangs zu EU-Geldern

  • Der Erwerb von Maschinen in einer Berufsfachschule wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Derselben Schule wurde aus dem Europäischen Sozialfonds eine Finanzhilfe für die Ausarbeitung der Lehrpläne gewährt. Obwohl beide Investitionen für die Einführung eines neuen Schulungsprogramms benötigt wurden, musste die Schule sämtliche Formalitäten zweimal erledigen. Nach dem Vorschlag der Kommission soll es künftig einfacher sein, Fördermittel aus beiden Fonds zu kombinieren: Die Schule braucht das Verfahren nur einmal abzuwickeln und hat somit mehr Zeit für die neue Schulung.
  • Gegenwärtig müssen Unterlagen im Zusammenhang mit von der EU-kofinanzierten Kohäsionsprojekten bis zu zehn Jahre, bei einigen Projekten sogar fünfzehn Jahre aufbewahrt werden. Die neuen Vorschriften sehen vor, diese Frist auf fünf Jahre zu verkürzen. Diese Vereinfachung ist besonders wichtig für kleinere Empfänger wie NRO und KMU.
  • Derzeit ist die Zahl der Projektprüfungen nicht begrenzt. Bei einigen Empfängern von EFRE-Mitteln führt die nationale Prüfbehörde oder die Kommission möglicherweise mehrmals jährlich zeitaufwändige Prüfungen durch. Für den nächsten Zeitraum schlägt die Kommission eine bessere Abstimmung mit den nationalen Prüfern vor. Für Projekte im Wert von unter 100 000 EUR soll es überhaupt nur noch eine Prüfung und für größere Projekte nur noch eine Prüfung pro Jahr geben.
  • Im Forschungsbereich dauert es im Schnitt 350 Tage, bis eine Finanzhilfe bewilligt wird. Die Kommission schlägt vor, diesen Zeitraum um ein Drittel (100 Tage) zu verkürzen.
  • Empfänger von ESF-Fördermitteln mussten die Busfahrkarten der an Schulungen teilnehmenden Personen aufbewahren, um einen Nachweis für die Projektauslagen zu erbringen. Leider verblassten die Angaben auf den Busfahrkarten nach einiger Zeit und die Empfänger konnten die Ausgaben nicht mehr nachweisen. Künftig können Optionen wie Pauschalsätze und ‑beträge in weitaus stärkerem Maße in Anspruch genommen werden, so dass sich das Sammeln von Busfahrkarten erübrigt. Im Vordergrund stehen müssen die Projektqualität und die Ergebnisse.

Hintergrund

Am 29. Juni 2011 veröffentlichte die Kommission ihren Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020. Bis 31. Dezember 2011 unterbreitete sie ein umfassendes Paket von 57 sektorspezifischen Legislativvorschlägen zur Umsetzung des MFR 2014-2020. Zusammen mit der geänderten Haushaltsordnung enthalten diese Vorschläge ein kohärentes Bündel an Vorschriften, denen unter anderem ein wichtiges Merkmal gemeinsam ist: Sie zielen auf eine Vereinfachung ab. Die Vorschläge sollen bis Ende 2013 angenommen werden, damit gewährleistet ist, dass die neuen Programme am 1. Januar 2014 anlaufen können.

Bei der Ausarbeitung der Vorschläge hat die Kommission die Funktionsweise der bestehenden Ausgabeninstrumente und ‑programme bewertet und Bürger und Beteiligte umfassend konsultiert, um bedarfs- und anwendungsgerechte Ausgabeninstrumente und ‑programme zu konzipieren.

EFSF-”Rettungsschirm”: Pirouetten im Parlament des EU-Landes Slowakei

12. Oktober 2011

Erstaunliche Wendung im slowakischen Parlament. Noch am Dienstagabend schickte das Parlament den umstrittenen EFSF-Euro-”Rettungschirm”, der einem Ermächtigungsgesetz gleichkommt, bachab.

Erstaunliche Wendung im slowakischen Parlament bezüglich des umstrittenen EFSF-Euro-"Rettungsschirms"

Erstaunliche Wendung im slowakischen Parlament bezüglich des umstrittenen EFSF-Euro-"Rettungsschirms"

Jetzt Regierungsumbildung und Zustimmung?

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Bundesbankchef kritisiert öffentlich Kanzlerin Merkel und die EU-Griechenlandhilfen

23. Juli 2011

Der Chef der Deutschen Bundesbank (die deutsche “Nationalbank”) kritisiert die neuen Griechenlandhilfen heftig. Der Spiegel titelt: Jens Weidmann fällt Merkel in den Rücken.

Die deutschen Medien überschlagen sich mit Berichten über den offenen Streit zwischen Kanzlerin Merkel und Bundesbankchef Jens Weidmann wegen der Griechenlandhilfen für die Eurokrise (Bildschirmfoto: Hamburger Abendblatt)

Die deutschen Medien überschlagen sich mit Berichten über den offenen Streit zwischen Kanzlerin Merkel und Bundesbankchef Jens Weidmann wegen der Griechenlandhilfen für die Eurokrise (Bildschirmfoto: Hamburger Abendblatt)

Wörtlich äußerte Bundesbankchef Weidmann u. a.:

“Indem umfangreiche zusätzliche Risiken auf die Hilfe leistenden Länder und deren Steuerzahler verlagert werden, hat der Euro-Raum einen großen Schritt zu einer Vergemeinschaftung von Risiken im Falle unsolider Staatsfinanzen und gesamtwirtschaftlicher Fehlentwicklungen gemacht”.

Ausführlicher Bericht

Willkommen in der EU-Zwangfabrik: Die Entmündigung Europas

07. Mai 2011

Europa ist derzeit in aller Munde. Misstrauen herrscht gegen die fernen Institutionen in Brüssel. Was, fragen sich immer mehr Europäer, treiben diese weithin unbekannten Vormünder hinter verspiegelten Fassaden, meist verschlossenen Türen und mit einer höchst fragwürdigen Legitimation? In einem Essay hat sich Hans Magnus Enzensberger der Aufgabe gestellt, zur Aufklärung über die Gebräuche und Spielregeln beizutragen, mit denen das Europa von ‚Brüssel’ zu regieren beansprucht. Er macht klar: Fernab von den Lebenswelten der Bürger praktizieren die Beamten der Brüsseler EU-Zentrale eine lückenlose Bevormundung und Überwachung.  Weiterlesen »

Lagebeurteilung zur Überschuldung der Euro-Länder: Nichts gelöst!

16. April 2011

Der Präsident des in München domizilierten ifo-Wirtschafts-Instituts, Volkswirtschafts-Professor Hans-Werner Sinn, hat die Anstrengungen Brüssels zur Rettung des Euro bisher eher wohlwollend beurteilt. Weiterlesen »

Dank EU-Kontakten zum Berufsparlament Reiseträume auf Kosten der Steuerzahler

10. April 2011

von Nationalrat Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Der in der EU zustande gekommene Vertrag von Lissabon müsse dazu führen, dass die Kontakte zwischen dem Schweizer und dem EU-Parlament markant ausgeweitet würden. So fordert es eine Delegation der Eidgenössischen Räte. Weiterlesen »

Eurokrise – und die Schweiz dank Nationalbankchef Philipp Hildebrand mittendrin

17. März 2011

Schweiz-Blog.ch schreibt zu den historisch absolut einzigartigen Eurokäufen der Schweizerischen Nationalbank, welche bereits jetzt Verluste produziert haben, die größer sind als die gesamte NEAT kostete:

Die EU-Länder haben ohnedies soviele Schulden, daß sie gar nicht mehr bezahlt werden können; hierzu gibt es zahlreiche seriöse Untersuchungen. Ohne Geldentwertung, also Euroentwertung geht es daher gar nicht.

Philipp Hildebrandt sei dank: Die Verluste der SNB sind bereits jetzt höher als die Kosten der gesamten NEAT

Philipp Hildebrandt sei dank: Die Verluste der SNB sind bereits jetzt höher als die Kosten der gesamten NEAT; Obwohl die Schweizer gegen eine Teilnahme am Euroexperiment stimmten, sind sie jetzt mit dem größten Batzen dabei (Foto Hildebrandt: Schweizerische Nationalbank)

Und die Schweizer Steuerzahler sind mit dem größten Batzen mittendrin und beim Euro dabei. Obwohl sie verantwortungsvollerweise abgestimmt haben, sie wollten nicht beim riskanten Euro-Experiment mitmachen. Komisch, wie es die Kosmopoliten und EU-Fetischisten immer wieder schaffen, den Volkswillen mit Füßen zu treten.

Das dürften spannnende Schlagzeilen zur Schweizerischen Nationalbank und zur umstrittenen Person Philipp Hildebrand werden.

Und als ob all dies noch nicht reichen würde, zahlt die Schweiz auf tausend anderen Kanälen trotzdem weitere Milliarden an die bankrotten und unverantwortlich wirtschaftenden Euro-Länder. Zum Beispiel via IWF.

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